Historische Spurensuche vor der Haustür: Stadt Neubrandenburg präsentiert Bildungsmaterial zur NS-Geschichte
Gespeichert von context am 19. Mai 2014
Im Rahmen der "Aktionstage politische Bildung 2014" werden am 20. Mai innovative Bildungsprojekte zur Geschichte der Außenlager des KZ Ravensbrück in Neubrandenburg vorgestellt. Präsentiert werden Konzepte und Materialien, die zur lokalen Spurensuche und Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte anregen. Das Programm aus Vorträgen, Lesungen und musikalischen Beiträgen beginnt um 17 Uhr im Ratssaal des Neubrandenburger Rathauses.
Druckfrisch ist die Projektmappe "Zwei Außenlager des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück in Neubrandenburg" von Ulrike Maschner, die am 20. Mai vorgestellt wird. Das pädagogische Arbeitsmaterial, konzipiert für den schulischen Einsatz und zur Vertiefung von Gedenkstättenbesuchen, schickt Jugendliche - "vor der Haustür" - auf Spurensuche. Im Neubrandenburger Stadtbild erinnert wenig an die Außenlager "Ihlenfelder Straße" und "Waldbau", in denen mehr als 6.000 KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die Projektmappe ermöglicht es, sich diesen Teil der Stadt- und Regionalgeschichte durch Quellenmaterial zu erschließen. Zahlreiche didaktisch aufbereitete Textquellen, Fotografien, Zeichnungen, Karten und Dokumente, fügen sich zu einem dichten Bild über die scheinbar "verschwundenen" Orte zusammen. weiterlesen... Weiterlesen



Ein Sammelsurium an Betrachtungen zur Zeitgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns bietet eine aktuelle Veröffentlichung der Geschichtswerkstatt Rostock. Ein besonderer Augenmerk liegt dabei auf erinnerungskulturellen Fragen im Hinblick auf das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen im August 1992. So versammelt das Heft zwei politikwissenschaftliche Forschungsbeiträge, die einerseits eine kritische Rückschau auf Gedenken und Politik um den 20. Jahrestag werfen und andererseits den Pogrombegriff problematisieren und auf seine analytische Eignung zur Charakterisierung kollektiver Gewaltakte zu Beginn der 1990er Jahre hin untersuchen. Zudem finden sich in der Publikation unter anderem Artikel, die von Medien- und Austellungsprojekten zum Thema Lichtenhagen sowie ihrer Rezeption berichten.
Eine Veranstaltungssreihe mit Vorträgen in Neubrandenburg, Greifswald und Osnabrück nimmt im Januar 2013 Verlauf und Folgen des Lichtenhagen-Pogroms in den Blick und beleuchtet die Ereignisse im Kontext der aufgeheizten Asyldebatte und der rassistischen Gewaltwelle zu Beginn der 1990er Jahre. Im Fokus steht dabei auch die politische, justizielle und gesellschaftliche Aufarbeitung der rassistischen Gewalt sowie der Umgang mit Migration und Rassismus in der Gegenwart.