Film und Gespräch über Rostock-Lichtenhagen

Am 12. November 2024 veranstaltet die Brandenburgische Sportjugend im Landessportbund Brandenburg einen Film- und Gesprächsabend über das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen 1992. Im Anschluss an den Film "Wir sind jung. Wir sind stark." findet eine Diskussion statt, bei auch wir vertreten sind. Los geht es um 17 Uhr im Kinosaal 3 der UCI Kinowelt in Potsdam.

"Das Wort Pogrom kannte ich nur aus Geschichtsbüchern" - Antiziganismus und Antisemitismus im Kontext der rassistischen Gewalt von Rostock-Lichtenhagen

Vortrag und Diskussion am 5. November 2024 um 19 Uhr in Berlin, Bildungsforum gegen Antiziganismus, Prinzenstr. 84.2

Das Pogrom in Rostock erschütterte 1992 die Weltöffentlichkeit. Die Ereignisse waren die größte Eskalation rassistischer Gewalt in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte und zugleich Teil einer rechten Gewaltwelle, die das ganze Land erfasste. Auch eine deutliche Zunahme antisemitischer Vorfälle fällt in diese Zeit.

Getragen waren die tagelangen rassistischen Angriffe in Rostock-Lichtenhagen von einem gesellschaftlich tief verankerten Hass auf Roma* und der Wut gegen Asylsuchende. Sie gingen einher mit politischer Verantwortungslosigkeit und der Einschränkung des Asylrechts. Die Gewalttäter*innen und die vielen Menschen, die mit Hetze und Beifall die Gewalt anheizten, hatten keine Konsequenzen zu befürchten. Die Betroffenen wiederum stießen kaum auf Empathie und blieben in der öffentlichen Wahrnehmung unsichtbar.

Wie lässt sich beschreiben, was in Rostock passierte? Welche historischen Kontinuitäten wurden sichtbar, und was schließen wir daraus für die Gegenwart?

Vortrag: Die jüdische Arbeiterbewegung in Osteuropa

Sie organisierten Streiks, stritten für den Sturz des Zaren und setzten sich gegen Pogrome zur Wehr: Ende des 19. Jahrhunderts entstand im Russischen Reich eine jüdische Arbeiterbewegung, deren Stärke bewundert wurde und die maßgeblichen Anteil an der Gründung der revolutionären Parteien Russlands hatte.

Diese Revolutionäre kritisierten nicht nur das soziale Elend der Frühindustrialisierung. Sie kämpften zugleich für die Rechte der jüdischen Minderheit, die massiver Diskriminierung ausgesetzt und beständig von Gewalt bedroht war. Die Lösung sahen die jüdischen Sozialisten in der demokratischen Revolution statt der Auswanderung - und damit wurden sie zu Gegnern der entstehenden zionistischen Bewegung. Doch Streit gab es auch mit Lenin und Stalin, die den jüdischen Sozialisten Nationalismus vorwarfen. Obwohl die Geschichte dieser jüdischen Arbeiterbewegung wenig bekannt ist, hat sie das moderne Israel wie auch die Sowjetunion nachhaltig geprägt.

Vortrag und Diskussion am 3. Februar 2023, 20 Uhr, im ZGK Berlin (Scharnweberstr. 38, 10247 Berlin)

Was ist Antisemitismus? Begriffe, Erklärungsansätze, Kontroversen: Vortrag in Templin

22.02.2020 | 14 Uhr | Templin

Jeden Tag werden in Deutschland durchschnittlich vier antisemitische Straftaten festgestellt, und die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein. Die Mehrzahl der Täter stammt aus der rechten Szene. Jedoch ist auch aus anderen politischen Milieus immer wieder Judenfeindschaft zu vernehmen, aus dem Islamismus etwa und selbst aus der politischen Linken. Was haben diese verschiedenen Formen des Antisemitismus gemeinsam, was trennt sie? Wie können sie erklärt werden? Und was hat all das mit Israel zu tun? Eine Einführung mit context. Bausteine für historische und politische Bildung e.V.

Hass auf Linke und Bürgerkriegsfantasien: Das rechte Nordkreuz-Netzwerk. Vortrag in Berlin

07.02.2020 | 20 Uhr | Berlin | Zum Gescheiterten Kollektiv/Friedrichshain

Seit im August 2017 erste Hausdurchsuchungen in Mecklenburg-Vorpommern bekannt wurden, gibt es immer mehr Enthüllungen über das rechte „Nordkreuz“-Netzwerk. Galt es zuerst als Forum von Preppern, wurden zunehmend rechtsterroristische Bezüge deutlich. Mitglieder sollen 25.000 Namen politischer GegnerInnen gesammelt haben, um sie im Krisenfall zu ermorden. Mit Hilfe von Polizeidaten wurden detaillierte Informationen über Einzelpersonen gesammelt. Mitglieder von Spezialeinheiten von Polizei und Bundeswehr haben illegal Tausende Schuss Munition und Waffen angehäuft. Verbindungen in andere rechte, militaristische oder Prepper-Strukturen gibt es reichlich, auch nach Brandenburg und Berlin. Es ist zu fragen, was für weitere Enthüllungen noch folgen können, wie die Politik reagiert – und auch, welche Rolle die AfD in diesem Geflecht spielt.

Stadtrundgang am 9. November und Publikation erinnern an jüdische Geschichte

"Eines Tages war auch Toni Richter aus Fürstenberg verschwunden."

Fürstenberg/Havel war lange Zeit eines der jüdischen Zentren in der Region. Heute sind viele Orte und Geschichten der Gemeinde vergessen. Am 9. November 1938 wurden die letzten jüdischen Bewohnerinnen Fürstenbergs angegriffen, bald darauf erklärte sich die Stadt für „judenfrei“. Um an die vielfältige jüdische Geschichte der Stadt und die Verfolgung zu erinnern, lädt der Verein Context. Bausteine für historische und politische Bildung e.V. am 9. November 2019 zu einem Stadtrundgang ein. Die Tour beginnt um 14 Uhr am Fürstenberger Marktplatz. Gegen 16 Uhr besteht am ehemaligen jüdischen Friedhof die Möglichkeit individuell zu gedenken.

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