Vortrag und Diskussion am 5. November 2024 um 19 Uhr in Berlin, Bildungsforum gegen Antiziganismus, Prinzenstr. 84.2
Das Pogrom in Rostock erschütterte 1992 die Weltöffentlichkeit. Die Ereignisse waren die größte Eskalation rassistischer Gewalt in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte und zugleich Teil einer rechten Gewaltwelle, die das ganze Land erfasste. Auch eine deutliche Zunahme antisemitischer Vorfälle fällt in diese Zeit.
Getragen waren die tagelangen rassistischen Angriffe in Rostock-Lichtenhagen von einem gesellschaftlich tief verankerten Hass auf Roma* und der Wut gegen Asylsuchende. Sie gingen einher mit politischer Verantwortungslosigkeit und der Einschränkung des Asylrechts. Die Gewalttäter*innen und die vielen Menschen, die mit Hetze und Beifall die Gewalt anheizten, hatten keine Konsequenzen zu befürchten. Die Betroffenen wiederum stießen kaum auf Empathie und blieben in der öffentlichen Wahrnehmung unsichtbar.
Wie lässt sich beschreiben, was in Rostock passierte? Welche historischen Kontinuitäten wurden sichtbar, und was schließen wir daraus für die Gegenwart? Weiterlesen