Vorträge

Extreme Rechte

| Die extreme Rechte in Mecklenburg-Vorpommern
Im Landtag agiert die NPD, auf der Straße demonstrieren Kameradschaften oder „Autonome Nationalisten“, Schläger prügeln auf MigrantInnen oder nicht-rechte Jugendliche ein, das Geschäft mit Rechtsrock-Konzerten und einschlägigen Devotionalien floriert. Ein genauer Blick auf diese scheinbare Vielfalt extrem rechter Politik kann personelle Überschneidungen und Wechselwirkungen deutlich machen und die Frage nach der Verantwortung der demokratischen Mehrheit für rechte Erfolge und nach Gegenstrategien stellen.

| Styles und Codes der extremen Rechten
Die Vielfalt, die zunehmend innerhalb der extremen Rechten herrscht, spiegelt sich auch äußerlich wieder. Unterschiedliche Stile und Symbole codieren Positionen, so dass sie nur Kennern und Gleichgesinnten verständlich sind. Sie ermöglichen es, inhaltliche Äußerungen zu treffen, ohne sanktioniert zu werden – Inhalte, die trotz ihrer subkulturellen Verpackung menschenverachtenden Leitlinien folgen. Der Vortrag will neue Styles entziffern helfen und auf die Bedeutung dieses „Versteckspiels“ für die extreme Rechte eingehen.

| Die Welt im Weltbild – Internationale Politik in der Ideologie der extremen Rechten
Während sich die Gesellschaften Europas innerhalb der EU und im Prozess der Globalisierung zunehmend internationalisieren, hält die extreme Rechte von der Neonazi-Szene über die NPD bis hin zur Neuen Rechten dem deutlich ihr Konzept des Nationalismus entgegen. Internationale Politik ist ihr genauso fremd wie suspekt, die Sicht auf das Zusammenleben der Nationen ist von ideologischen Ressentiments bestimmt. Die Betrachtung dieser verschiedenen Motive und Vorurteilsmuster macht dabei nicht nur die Konsequenz rechter Weltbilder, sondern auch ihre Orientierung an historischen Vorläufern deutlich.

Ideen und Ideologien

| Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus
Ressentiments gegen Jüdinnen und Juden können unterschiedlicher Gestalt sein: Sie reichen von religiösen und rassistischen Motiven über die Auseinandersetzung mit dem Holocaust bis hin zum Hass auf Israel. In ihrer Vielfalt sind sie Ergebnis einer langen Tradition des Antisemitismus, die immer durch die Zeitgeschichte und Interessen und Vorurteile der nicht-jüdischen Gesellschaft geprägt gewesen ist. Den Formen des Antisemitismus und ihrer Entstehung nachzuspüren hilft insofern auch, sie in ihrer Irrationalität verstehen zu können.

| Neue „Freunde“ Israels – Philosemitismus in rechtspopulistischen Parteien Westeuropas
Der Staat Israel, dessen Gründung untrennbar verbunden ist mit europäischem Antisemitismus und der Shoah, steht wie kein anderer im Nahen Osten für Demokratie und Multikulturalismus. Gleichwohl propagieren Rechtspopulisten im Kampf gegen den Islam ihre Solidarität mit Israel und den Juden. Wie ist diese proisraelische und philosemitische Haltung vor dem Hintergrund einer scheinbaren Erosion traditioneller rechter Denkbilder zu erklären und wo stößt sie an ihre Grenzen?

Politik und Zeitgeschichte

| Lichtenhagen und die Folgen – Politische, justizielle und gesellschaftliche Aufarbeitung
Bis heute erinnert in Rostock kein Gedenkstein an das Nachwendepogrom, das als Fanal für weitere rechte Gewalttaten und Legitimation für die Einschränkung des Asylrechts diente und in der Welt als Wiederkehr des „hässlichen Deutschen“ galt. Auch eine umfassende politische und justizielle Aufarbeitung ist nach 1992 weitgehend gescheitert. Ein Vortrag über politische Konsequenzen, parlamentarisches Versagen und peinliche Justizpannen.

| Politik für „Henk und Ingrid“: Rechtspopulismus in den Niederlanden
Nach der Revolte und dem Mord Pim Fortuyns trat Geert Wilders im Kampf gegen eine „Islamisierung“ auf die politische Bühne der Niederlande. Im Namen von „Henk und Ingrid“ propagiert er seither Kulturkampf, Koranverbot und „Kopflumpen“-Steuer. Der Vortrag zeichnet die Geschichte und Entwicklung rechtspopulistischer Parteien in den Niederlanden nach und fragt nach den tiefgreifenden Veränderungen der politischen Kultur des Landes.

| Einführung in den Nahost-Konflikt
Seit fast 100 Jahren währt im Nahen Osten der Konflikt zwischen der zionistischen Bewegung bzw. Israel und den arabischen Gesellschaften. Die Geschichte von Krieg, Terror und gescheiterten Friedensinitiativen scheint in ihrer Tragik wie Vielfalt unüberschaubar. Der Vortrag soll in die Thematik einführen, die wichtigen Akteure und ihre Ziele vorstellen sowie am Beispiel des Friedensprozesses seit den 1990er Jahren die zugrunde liegenden Strukturen und Interessen verdeutlichen.

| Entwicklungspolitik in Krisensituationen: Das Beispiel Palästina
Westliche und arabische Staaten versuchen mit vielfältigen Mitteln, die Entwicklung der palästinensischen Gesellschaft in der Westbank und im Gaza-Streifen zu fördern und auf dem Weg zur Unabhängigkeit zu unterstützen.
Welche Aufgaben sind in der Region am dringlichsten? Wie kann Entwicklungszusammenarbeit die politischen Prozesse begleiten und Konflikte entschärfen? Oder kann sie auch Probleme schaffen?

NS-Geschichte und Erinnerungskultur

| Vergessen und verdrängt? Das Außenlager des KZ Ravensbrück in Retzow-Rechlin
Ende 1944 errichteten die Nationalsozialisten in der Müritzregion nördlich vom Flugplatz Lärz ein Außenlager des KZ Ravensbrück. Die etwa 3.000 Häftlinge wurden zur Zwangsarbeit in der Luftfahrtindustrie herangezogen. Viele starben an Hunger, Krankheiten und Misshandlungen oder wurden selektiert und ermordet. Der Vortrag gibt Auskunft über die Topographie und Geschichte des Lagers und geht der Frage nach, inwieweit seit Kriegsende daran erinnert wird.