Mord verjährt nicht! Infoformationsveranstaltungen über den Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg

Seit einiger Zeit begleitet context e.V. den Prozess gegen einen früheren SS-Sanitäter im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz in Neubrandenburg. Auf einer eigens eingerichteten Homepage stellen wir Hintergrundinformationen und aktuelle Nachrichten zur Verfügung. In den nächsten Wochen sind zudem in Zusammenarbeit mit lokalen Partner/innen mehrere Informationsveranstaltungen geplant.

Neubrandenburg
*10.11.2016 | 19:00 Uhr*
Hochschule Neubrandenburg, Hörsaal 2, Brodaer Straße 2

Greifswald
*15.11.2016 | 19:00 Uhr*
St. Jacobi Kirche, Domstraße

Greifswald
*03.12.2016 | 10:00 Uhr*
Universität Greifswald, Hörsaal (ehem. Frauenklinik), Wollweberstraße 1

Berlin
*05.12, | 19:00 Uhr*
Hausprojekt WilMa, Remise, Magdalenenstraße 19

Rostock
*08.12.2016 | 19:00 Uhr*
Peter-Weiss-Haus e.V., Doberaner Straße 21

Vortrag über den NSU und sein Umfeld

21. Oktober 2016, Café Median Rostock, 19 Uhr

Jahrelang verübten die Neonazis des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) weitgehend unbehelligt rassistische Morde, während die Sicherheitsbehörden unter den Opfern statt in der rechten Szene ermittelten. Die bundesdeutschen Öffentlichkeit konnte sich unterdessen nicht vorstellen, dass Neonazis so brutal und kaltblütig vorgingen. Damit setzte sich eine Ignoranz gegenüber der extremen Rechten fort, die lange kennzeichnend für die Bundesrepublik war: Rassismus und Neonazismus in ihrer Mitte kann und will sie nicht wahrhaben. Der fortdauernde Prozess gegen Beate Zschäpe macht immer wieder deutlich, wie rechte Einstellungen verharmlost werden oder zur deutschen Normalität gehören.

Der Vortrag will dem NSU-Prozess nachgehen und damit zugleich einen Blick auf die Geschichte des NSU werfen. Die Radikalisierung der Neonazi-Szene in den 1990er Jahren, Untergrund und Unterstützer-Netzwerk wie auch das öffentliche Klima, in dem der NSU entstehen konnte, sollen in einem Überblick vorgestellt werden.

Vortrag über die jüdische Arbeiterbewegung

Sie organisierten Streiks, stritten für den Sturz des Zaren und setzten sich gegen Pogrome zur Wehr: Ende des 19. Jahrhunderts war im Russischen Reich eine Bewegung jüdischer Arbeiter entstanden, deren Stärke Zeitgenossen bewunderten und die maßgeblichen Anteil an der Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands hatte.

Ihre Partei, der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund von Litauen, Polen und Russland, nahm sich nicht nur des sozialen Elends der Frühindustrialisierung an. Er kämpfte zugleich für die Rechte der jüdischen Minderheit, die massiver Diskriminierung ausgesetzt und beständig von Gewalt bedroht war. Die Lösung sah der Bund in der demokratischen Revolution statt der Auswanderung - und wurde damit zu einem energischen Gegner der entstehenden zionistischen Bewegung und insbesondere der arbeiterzionistischen Parteien. Doch Streit gab es auch mit Lenin, der den jüdischen Sozialisten Nationalismus vorwarf.

Einen kurzen Höhepunkt der Macht erlebte der Bund in der Revolution von 1905, von Bedeutung war er auch im Polen der Zwischenkriegszeit. Sein Einfluss allerdings war weitreichender und hat das moderne Israel wie auch die Sowjetunion nachhaltig geprägt.

Vortrag und Diskussion am 19. Mai, 19 Uhr, im Peter-Weiss-Haus Rostock, Doberaner Straße 21

Historische Spurensuche vor der Haustür: Stadt Neubrandenburg präsentiert Bildungsmaterial zur NS-Geschichte

Im Rahmen der "Aktionstage politische Bildung 2014" werden am 20. Mai innovative Bildungsprojekte zur Geschichte der Außenlager des KZ Ravensbrück in Neubrandenburg vorgestellt. Präsentiert werden Konzepte und Materialien, die zur lokalen Spurensuche und Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte anregen. Das Programm aus Vorträgen, Lesungen und musikalischen Beiträgen beginnt um 17 Uhr im Ratssaal des Neubrandenburger Rathauses.

Druckfrisch ist die Projektmappe "Zwei Außenlager des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück in Neubrandenburg" von Ulrike Maschner, die am 20. Mai vorgestellt wird. Das pädagogische Arbeitsmaterial, konzipiert für den schulischen Einsatz und zur Vertiefung von Gedenkstättenbesuchen, schickt Jugendliche - "vor der Haustür" - auf Spurensuche. Im Neubrandenburger Stadtbild erinnert wenig an die Außenlager "Ihlenfelder Straße" und "Waldbau", in denen mehr als 6.000 KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die Projektmappe ermöglicht es, sich diesen Teil der Stadt- und Regionalgeschichte durch Quellenmaterial zu erschließen. Zahlreiche didaktisch aufbereitete Textquellen, Fotografien, Zeichnungen, Karten und Dokumente, fügen sich zu einem dichten Bild über die scheinbar "verschwundenen" Orte zusammen. weiterlesen...

Vortrag über Antiziganismus. Geschichte, Struktur, Funktion

Tausende Anwohner klatschten Beifall, als im August 1992 in Rostock-Lichtenhagen hunderte Rechte eine Flüchtlingsunterkunft und ein Wohnheim vietnamesischer Vertragsarbeiter im Sonnenblumenhaus angriffen. Der Eskalation vorausgegangen war eine Welle von Rassismus und insbesondere antiziganistischen Ressentiments gegen Flüchtlinge aus Rumänien. Im Gedenken an die Ereignisse wird diese Spezifik wie auch das Schicksal der Asylsuchenden weiterhin weitgehend ausgeblendet.

Anlässlich der fortgesetzten Diskussion über Formen des Gedenkens an Rostock-Lichtenhagen sprechen Markus End und Tobias von Borcke vom Forum Antiziganismuskritik Berlin am 21. Mai in der Universitität Rostock über "Antiziganismus. Geschichte, Struktur, Funktion".

Die Veranstaltung des Instituts für Politik- und Verwaltungswissenschaften, der Amadeu-Antonio-Stiftung und von context. Bausteine für historische und politische Bildung findet in der Ulmenstraße 69, Raum 018 statt. weiterlesen...

Vortrag über Antiziganismus entfällt leider

Tausende Anwohner klatschten Beifall, als im August 1992 in Rostock-Lichtenhagen hunderte Rechte eine Flüchtlingsunterkunft und ein Wohnheim vietnamesischer Vertragsarbeiter im Sonnenblumenhaus angriffen. Der Eskalation vorausgegangen war eine Welle von Rassismus und insbesondere antiziganistischen Ressentiments gegen Flüchtlinge aus Rumänien. Im Gedenken an die Ereignisse wird diese Spezifik wie auch das Schicksal der Asylsuchenden weiterhin weitgehend ausgeblendet.

Anlässlich der fortgesetzten Diskussion über Formen des Gedenkens an Rostock-Lichtenhagen sprechen Markus End und Tobias von Borcke vom Forum Antiziganismuskritik Berlin am 5. Dezember in der Universitität Rostock über "Antiziganismus. Geschichte, Struktur, Funktion".

Die Veranstaltung des Instituts für Politik- und Verwaltungswissenschaften, der Amadeu-Antonio-Stiftung und von context. Bausteine für historische und politische Bildung findet in der Ulmenstraße 69, Raum 018 statt. weiterlesen...

Zur Diskussion des Gedenkens an Rostock-Lichtenhagen: Vortrag an Universität Rostock

Im letzten Sommer rief die Pflanzung einer Eiche zum Gedenken an die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen heftige Kritik hervor. Letztendlich wurde der Baum von Unbekannten nach wenigen Tagen gefällt und bis heute kein Ersatz gepflanzt. Stattdessen diskutieren Lokalpolitik und Zivilgesellschaft über angemessene Formen der Erinnerung. Doch warum hat sich an der Symbolik 'deutscher Eichen' eine Kontroverse entzündet? Anlässlich der kontroversen Debatten spricht der Berliner Historiker Johannes Zechner am 30. April in der Universität Rostock über den Wald in der Ideengeschichte des deutschen Nationalismus.

Die Veranstaltung des Instituts für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock und von context. Bausteine für historische und politische Bildung e.V. kann mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des AStA der Universität Rostock stattfinden. Sie beginnt am 30. April um 17.15 Uhr im Raum 018 in der Wirtschats- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in der Ulmenstraße 69. weiterlesen...

Zeitgeschichtliche Forschung zum Lichtenhagen-Pogrom

Ein Sammelsurium an Betrachtungen zur Zeitgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns bietet eine aktuelle Veröffentlichung der Geschichtswerkstatt Rostock. Ein besonderer Augenmerk liegt dabei auf erinnerungskulturellen Fragen im Hinblick auf das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen im August 1992. So versammelt das Heft zwei politikwissenschaftliche Forschungsbeiträge, die einerseits eine kritische Rückschau auf Gedenken und Politik um den 20. Jahrestag werfen und andererseits den Pogrombegriff problematisieren und auf seine analytische Eignung zur Charakterisierung kollektiver Gewaltakte zu Beginn der 1990er Jahre hin untersuchen. Zudem finden sich in der Publikation unter anderem Artikel, die von Medien- und Austellungsprojekten zum Thema Lichtenhagen sowie ihrer Rezeption berichten.

Das aktuelle Heft (2/2012) der „Zeitgeschichte regional“ ist für 8,- Euro bei der Geschichtswerkstatt Rostock erhältlich.

Veranstaltungsreihe zum Pogrom von Rostock-Lichtenhagen

Eine Veranstaltungssreihe mit Vorträgen in Neubrandenburg, Greifswald und Osnabrück nimmt im Januar 2013 Verlauf und Folgen des Lichtenhagen-Pogroms in den Blick und beleuchtet die Ereignisse im Kontext der aufgeheizten Asyldebatte und der rassistischen Gewaltwelle zu Beginn der 1990er Jahre. Im Fokus steht dabei auch die politische, justizielle und gesellschaftliche Aufarbeitung der rassistischen Gewalt sowie der Umgang mit Migration und Rassismus in der Gegenwart.

Migration und Rassismus gestern bis heute –
Welche Lehren ziehen wir aus dem Lichtenhagen-Pogrom?

14.01.2013, 16 Uhr - Hochschule Neubrandenburg, Hörsaal 2

Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen –
Kontext, Dimensionen und Folgen der rassistischen Gewalt

24.01.2013, 20 Uhr - IKUWO Greifswald
28.01.2013, 20 Uhr - Universität Osnabrück, Schloss, R. 11/213

Entwicklungspolitik im Nahen Osten - Vortrag in Greifswald

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner verquer. Vielfältige Bildung in Vorpommern laden wir alle Interessierten zu einem Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema "Entwicklungspolitik in Krisensituationen: Das Beispiel Palästina" nach Greifswald ein. Westliche und arabische Staaten versuchen mit vielfältigen Mitteln, die Entwicklung der palästinensischen Gesellschaft in der Westbank und im Gaza-Streifen zu fördern und auf dem Weg zur Unabhängigkeit zu unterstützen. Welche Aufgaben sind in der Region am dringlichsten? Wie kann Entwicklungszusammenarbeit die politischen Prozesse begleiten und Konflikte entschärfen? Oder kann sie auch Probleme schaffen? Diesen Fragen widmet sich Thomas Prenzel, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Politik und Entwicklungszusammenarbeit der Universität Rostock, am 14. Dezember im Greifswalder Koeppenhaus (Bahnhofstraße 4). Der Referent wird Schwerpunkte und Beispielprojekte der Entwicklungszusammenarbeit im Nahen Osten aufzeigen und im Vergleich mit anderen Zielländern politische Interessen der Geberländer diskutieren. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

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