Veranstaltungsreihe über Rostock-Lichtenhagen

Zum 25. Jahrestag des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 stellen wir in diesem Sommer zusammen mit dem Bund Deutscher PfadfinderInnen MV zahlreiche Veranstaltungen auf die Beine. Eine Vortragsreihe gibt dabei Auskunft über die Hintergründe der Gewalt, über Rassismus und Antiziganismus, über die Zuspitung der Lage um die Flüchtlingsunterkunft in Lichtenhagen, über die Eskalation der Gewalt und die widersprüchliche Aufarbeitung im Anschluss und in den folgenden Jahrzehnten.

Bildungsangebote beim Alternativen Jugendcamp 2017

Auch in diesem Jahr sind wir wieder beim Alternativen Jugendcamp auf dem Fusion-Gelände in Lärz dabei. Für Interessierte sind wir mit zwei Vorträgen am 29. Juli am Start:

Mord verjährt nicht! Der Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg
Seit mehreren Jahren wird gegen das frühere SS-Mitglied Hubert Z. wegen seiner Tätigkeit in Auschwitz ermittelt und verhandelt. Der Prozess in Neubrandenburg gestaltet sich jedoch äußerst schwierig. Wir informieren über die historischen Hintergründe, die Ermittlungen und den Prozessverlauf.

Rostock-Lichtenhagen im August 1992
Im Sommer 2017 jährt sich zum 25. Mal das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Ereignisse von 1992, über Rassismus, Antiziganismus, rechte Gewalt und über die Frage der Aufarbeitung.

Mord verjährt nicht! Veranstaltung in Rostock

Im Rahmen der Aktionstage gegen Antisemitismus des AStA der Universität Rostock findet am 26. April ein weiterer Vortrag über den Auschwitz-Prozess in Rostock statt. Er beginnt um 18 Uhr in der Ulmenstraße 69, Haus 1, Raum 022. Weitere aktuelle Informationen zum Prozess gibt es auf unserer eigens eingerichten Homepage unter http://www.auschwitz-prozess-nb.de/.

Mord verjährt nicht! Informationsveranstaltungen über den Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg

Seit einiger Zeit begleitet context e.V. den Prozess gegen einen früheren SS-Sanitäter im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz in Neubrandenburg. Auf einer eigens eingerichteten Homepage stellen wir Hintergrundinformationen und aktuelle Nachrichten zur Verfügung. In den nächsten Wochen sind zudem in Zusammenarbeit mit lokalen Partner/innen mehrere Informationsveranstaltungen geplant.

Neubrandenburg
*10.11.2016 | 19:00 Uhr*
Hochschule Neubrandenburg, Hörsaal 2, Brodaer Straße 2

Greifswald
*15.11.2016 | 19:00 Uhr*
St. Jacobi Kirche, Domstraße

Greifswald
*03.12.2016 | 10:00 Uhr*
Universität Greifswald, Hörsaal (ehem. Frauenklinik), Wollweberstraße 1

Berlin
*05.12, | 19:00 Uhr*
Hausprojekt WilMa, Remise, Magdalenenstraße 19

Rostock
*08.12.2016 | 19:00 Uhr*
Peter-Weiss-Haus e.V., Doberaner Straße 21

Vortrag über den NSU und sein Umfeld

21. Oktober 2016, Café Median Rostock, 19 Uhr

Jahrelang verübten die Neonazis des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) weitgehend unbehelligt rassistische Morde, während die Sicherheitsbehörden unter den Opfern statt in der rechten Szene ermittelten. Die bundesdeutschen Öffentlichkeit konnte sich unterdessen nicht vorstellen, dass Neonazis so brutal und kaltblütig vorgingen. Damit setzte sich eine Ignoranz gegenüber der extremen Rechten fort, die lange kennzeichnend für die Bundesrepublik war: Rassismus und Neonazismus in ihrer Mitte kann und will sie nicht wahrhaben. Der fortdauernde Prozess gegen Beate Zschäpe macht immer wieder deutlich, wie rechte Einstellungen verharmlost werden oder zur deutschen Normalität gehören.

Der Vortrag will dem NSU-Prozess nachgehen und damit zugleich einen Blick auf die Geschichte des NSU werfen. Die Radikalisierung der Neonazi-Szene in den 1990er Jahren, Untergrund und Unterstützer-Netzwerk wie auch das öffentliche Klima, in dem der NSU entstehen konnte, sollen in einem Überblick vorgestellt werden.

Vortrag über die jüdische Arbeiterbewegung

Sie organisierten Streiks, stritten für den Sturz des Zaren und setzten sich gegen Pogrome zur Wehr: Ende des 19. Jahrhunderts war im Russischen Reich eine Bewegung jüdischer Arbeiter entstanden, deren Stärke Zeitgenossen bewunderten und die maßgeblichen Anteil an der Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands hatte.

Ihre Partei, der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund von Litauen, Polen und Russland, nahm sich nicht nur des sozialen Elends der Frühindustrialisierung an. Er kämpfte zugleich für die Rechte der jüdischen Minderheit, die massiver Diskriminierung ausgesetzt und beständig von Gewalt bedroht war. Die Lösung sah der Bund in der demokratischen Revolution statt der Auswanderung - und wurde damit zu einem energischen Gegner der entstehenden zionistischen Bewegung und insbesondere der arbeiterzionistischen Parteien. Doch Streit gab es auch mit Lenin, der den jüdischen Sozialisten Nationalismus vorwarf.

Einen kurzen Höhepunkt der Macht erlebte der Bund in der Revolution von 1905, von Bedeutung war er auch im Polen der Zwischenkriegszeit. Sein Einfluss allerdings war weitreichender und hat das moderne Israel wie auch die Sowjetunion nachhaltig geprägt.

Vortrag und Diskussion am 19. Mai, 19 Uhr, im Peter-Weiss-Haus Rostock, Doberaner Straße 21

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