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Zur Diskussion des Gedenkens an Rostock-Lichtenhagen: Vortrag an Universität Rostock

Anlässlich der 'Gedenk-Eiche' spricht der Berliner Historiker Johannes Zechner am 30. April über den Wald in der Ideengeschichte des deutschen Nationalismus

Im letzten Sommer rief die Pflanzung einer Eiche zum Gedenken an die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen heftige Kritik hervor. Letztendlich wurde der Baum von Unbekannten nach wenigen Tagen gefällt und bis heute kein Ersatz gepflanzt. Stattdessen diskutieren Lokalpolitik und Zivilgesellschaft über angemessene Formen der Erinnerung.

Doch warum hat sich an der Symbolik 'deutscher Eichen' eine Kontroverse entzündet? Eine Veranstaltung des Instituts für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock will dieser Frage in einer Veranstaltung mit Johannes Zechner unter dem Titel 'Die Natur der Nation. Von deutschen Eichen, heiligen Hainen und ewigen Wäldern 1800-1945' nachgehen. Der Historiker forscht an der Freien Universität Berlin über den Wald in der Ideengeschichte des deutschen Nationalismus. Dessen vorgebliche Prinzipien von Unveränderlichkeit, Unterordnung und Ungleichheit fungierten seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts als Gegenbild zur Gesellschaftsordnung der Französischen Revolution von 1789 mit ihren Werten von Freiheit und Gleichheit. Intellektuelle und Ideologen erklärten den 'deutschen Wald' zur prototypischen Nationalnatur, womit gleichermaßen der Aufstieg der 'deutschen Eiche' und des 'heiligen Haines' zum Symbol eigener Geschichte und Kultur begann.

Der Vortrag geht anhand zahlreicher Quellenbelege zwischen Romantik und Nationalsozialismus der Frage nach, wie Poeten, Philologen, Publizisten und Propagandisten nationale Identität in einer vorgestellten Waldnatur begründen wollten.

Die Veranstaltung des Instituts für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock und von context. Bausteine für historische und politische Bildung e.V. kann mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des AStA der Universität Rostock stattfinden. Sie beginnt am 30. April um 17.15 Uhr im Raum 018 in der Wirtschats- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in der Ulmenstraße 69, Haus 1.